Jul 20
Kaum ist die neue EU-Richtlinie zur Verpackung in Kraft, wird sie von einer Reihe von Produzenten gleich kräftig missbraucht. Unübersichtliche “Mogelpackungen” erlauben immense Preissteigerungen. Nicht illegal, aber ganz fies durch die Hintertür serviert. Motto: Weniger Inhalt – gleicher Preis.
In dem Forum „Nicht Kaufen“ kann der Verbraucher seinem Ärger darüber Luft machen und Ross und Reiter bei Namen nennen. So erfährt man, dass die alte Packung „Pampers“ 44 Windeln enthielt, die neue nur noch 40. Weil der Preis gleich bleibt, ist das eine Preiserhöhung von 10 Prozent. Bei Pampers-Feuchttücher „Sensitive“ schlägt die Preiserhöhung sogar mit 20,37 Prozent zu Buche. Der Fleischsalat von Nadler kommt statt mit der alten Füllmenge von 250 Gramm nun mit der neuen Füllmenge von 200 Gramm daher – Preissteigerung: satte 39,8 Prozent!
Das Forum will aber nicht nur Kritikern eine Plattform bieten, auch denen, die ein Lob anbringen wollen. Zum Beispiel für besonders verbraucherfreundliche Aktivitäten, für Produzenten, die sich kritikfähig zeigen und Verbesserungen einführen. Das Forum ist zu finden unter www.nicht-kaufen.org.
Jul 19
Wie sehr kann Marketing Einfluss darauf nehmen, welche Medikamente von Ärzten verschrieben werden? Zur Klärung dieser Frage trägt die Studie eines amerikanischen Forschers bei. Das Ergebnis ist beeindruckend eindeutig: Medizinstudenten, die Werbegeschenke gewohnt sind, nehmen Marketingmaßnahmen des betreffenden Unternehmens viel positiver wahr und besitzen eine bessere Einstellung zu dem beworbenen Produkt.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, klar. Und warum sollten sich Studenten nicht mit kleinen „Zuwendungen“ das Studium erleichtern lassen? Verpflichtet doch zu nichts! Wirklich nicht? Ob den angehenden Medizinern klar ist, dass sie sich dadurch unbewusst an Firmen binden und später bei der Verschreibung von Medikamenten nicht mehr objektiv urteilen? … Ein weiteres Beispiel dafür, wie der Einfluss von Werbebotschaften und Kleingeschenken unterschätzt wird.
Über die Details berichtet das Ärzteblatt:
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=36531
Jul 12
„BILD-Zeitung“, „Spiegel“, „Focus“, „Hamburger Abendblatt“, „Frankfurter Allgemeine“ – jetzt haben auch die Pressegiganten das Thema aufgegriffen: In unserem Essen ist längst nicht mehr alles drin, was eigentlich hineingehört. Und das, obwohl bunte Verpackungen und warme Werbeworte genau dies skrupellos vorgaukeln. Damit aber nicht genug, längst ist in unserem täglich Brot viel zu viel von dem drin, was eben nicht dort hineingehört. Auch dies wird mit allen möglichen Tricks verschleiert. Eine Verbrauchertäuschung, auf die DAS ELEFANTENSYNDROM anhand verschiedener Fälle schon seit längerer Zeit hinweist.
Unsere Ernährungsrealität, sie bekommt mehr und mehr Frankensteinsche Züge: Pseudo-Garnelen aus Fischresten, Schokokekse ohne Schokolade, Putenfleisch mit Billiggeflügel gemixt – und das Ganze mit schönfärbenden Zusatzstoffen, künstlichem Aroma und Farbstoffen vertuscht. Hochwertig? Gesund? Vollwertig? Für die meisten erst mittels Wörterbuch der Lebensmittelchemie feststellbar. Manchmal selbst das nicht, für das Kleingedruckte auf der Packung hapert’s bei dem einen an Sehkraft, bei anderen reichen Schulbildung oder Zeitbudget nicht. Und einen Lügendetektor führen die allerwenigsten mit sich.
„Wir bewegen uns voll im gesetzlichen Rahmen,“ tönen die Hersteller. Foodwatch-Chef Bode ist ganz anderer Meinung: “Auf dem Lebensmittelmarkt sind rechtstaatliche Prinzipien außer Kraft gesetzt. Es ist, als würde die Polizei bekannt geben, dass massenweise Falschgeld im Umlauf ist – es aber nicht aus dem Verkehr zieht, sondern den Bürgern erklärt, wie sie die Blüten erkennen können. So verhalten sich die Behörden bei Schinken-Imitat.”
Bode fordert eine echte Revision des Verbraucherrechts. Die Behörden müssten verpflichtet werden, alle Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen zu veröffentlichen und dabei Ross und Reiter zu nennen. Weil das dauern dürfte, hat die Verbraucherzentrale Hamburg eine Sofortmaßnahme ergriffen. Damit die Käufer künftig bei Analogkäse, Schinkenimitat und Konsorten den Durchblick nicht verlieren, gibt es auf der Homepage der Hanseaten eine Plagiat-Liste. Bezeichnende Überschrift: „Vorsicht Imitat-Falle!“
www.vzhh.de
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