Sep 25
Geradezu passend zu unserem Beitrag vom 24. September „Sterben die Bienen aus?“ hat die taz einen Artikel veröffentlicht. Den Freunden der Hautflügler “gruselt” es vor Schwarz-Gelb, denn sie haben das Zehn-Punkte-Programm der FDP gelesen. Darin steht, dass die FDP sich stark macht für grüne Gentechnik. Guido Westerwelle, sozusagen den “Schutzheiligen der Agro-Industrie”, wählen? Ein absolutes Unding für Imker – höchste Zeit für Aufklärung also, kurz vor der Wahl sollen die Politiker den Stachel im Fleisch spüren.
Den Artikel finden Sie hier:
http://www.taz.de/1/wahrheit/artikel/1/bienen-gegen-westerwelle/
Sep 24
Beunruhigende Beobachtungen und Meldungen von Imkern aus ganz Deutschland gaben den Anstoß zu einer Alarmkampagne. „Wenn nicht rasch ein Umdenken und ein neues Handeln in der Landwirtschaft erfolgt, werden wir stumme Sommer erleben – und sehen, dass die Bienen für die Bestäubung und damit auch für die Ernten unersetzlich sind.“ In diesem Sommer litten Honigbienen in Deutschland Futtermangel. Sie wären verhungert, hätten Imker sie nicht mit Zuckerwasser am Leben erhalten. „Der Futtermangel bei Bienen und anderen Blüten besuchenden Insekten ist dramatisch“, erklärt Imkermeister Günter Friedmann, Sprecher der biodynamischen Demeter-Imker und Träger des Förderpreises ökologischer Landbau. Seit 30 Jahren ist Friedmann Berufsimker. Aber „mit einer solchen Situation wurde ich noch nie konfrontiert“, betont er, „obwohl sich diese Entwicklung eigentlich seit mehreren Jahren anbahnt und auch zu den Bienenverlusten der letzten Jahre beigetragen hat“. Nach der Rapsblüte im Mai beginne in vielen Regionen Deutschlands für die Bienen eine Zeit des Mangels und oft auch des Hungerns. Es werde immer deutlicher, dass auf den Feldern und Wiesen mittlerweile zu wenig blüht, um den Insekten ausreichend Nahrung zu bieten.
Verantwortlich dafür ist nach Ansicht von Experten die sich weiter intensivierende Landwirtschaft mit immer früheren Mähterminen und einer starken Überdüngung der Wiesen. In den USA (wo bereits seit Jahren gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden) ist man da schon viel weiter, wenngleich in negativer Hinsicht. Dort kommt es zu einem massenhaften Bienensterben, vor allem während der Raps- und Maisblüte. Auch in anderen Ländern wird dieses Phänomen zunehmend beobachtet. Zwar gibt es hierzu bisher keine eindeutigen Studien. Einige Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen das Immunsystem der fleißigen Insekten schwächen und sie dadurch anfälliger für Parasitenbefall machen.
Vor den möglichen Folgen einer Welt ohne die fleißigen Honigsammler und Pflanzenbestäuber hatte schon Albert Einstein gewarnt: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Biene mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.”
Ein umfangreicher Artikel zum Thema findet sich bei:
http://www.scienceblogs.de/mahlzeit/2008/05/honigsammler-unter-druck.php
Sep 09
Der Anbau von genmanipulierter Baumwolle hat weder den Pestizidverbrauch verringert, noch die Ernten gesteigert oder den Kleinbauern geholfen. Das ist das Fazit von Dominic Glover, Wissenschaftler an der Universität Sussex (GB). Für seine Arbeit hat er zahlreiche Studien ausgewertet, die in renommierten Fachzeitschriften erschienen. Die weit verbreiteten Versicherungen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen den Armen nutzen, seien wissenschaftlich kaum belegt, resümiert der Entwicklungsexperte. Die vorliegenden Studien seien widersprüchlich. Die Gründ sieht er darin, dass die gemessenen Faktoren wie z.B. Ernteertrag oder Pestizideinsatz von zahlreichen anderen Faktoren mitbestimmt werden. Wenn sie nicht gut an die jeweilige regionale Landwirtschaft angepasst sei, nütze es wenig, einer Pflanze ein, zwei neue Gene hinzuzufügen.
Quelle: Schrot & Korn
Aug 27
Ein neuer Wundermais kann angeblich Leben retten. Eine kluge Marketing-Strategie, mit der sich so ganz nebenbei das schlechte Image der Gentechnik aufbessern lässt. Der Hintergrund: Weil Gen-manipulierte Nahrung kaum jemand haben will, versuchen die Hersteller, ihr angeschlagenes Ansehen mit ehrgeizigen Produkten schön zu zaubern. Dazu zählt auch der so genannte Goldene Reis und seit kurzem der „Goldene Mais“, mit dem die Versorgung mit Vitamin A von Kindern in Ländern der dritten Welt verbessert werden soll. Diese leiden nämlich angeblich aus Vitaminmangel an Nachtblindheit und anderen Augenproblemen.
Ein Beitrag in Deutschlandradio Kultur nimmt diese Pläne näher unter die Lupe. Dabei erfährt man auch, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Krankheiten und Vitamin A-Mangel gibt und selbst wenn es so wäre, dass dieser gar nicht existiert. Auch wenn Ernährungs-Experte Udo Pollmer mitunter dazu neigt, stark zu vereinfachen, wenn eine kernige Aussage dabei heraus kommt (z.B. “Seife wäre hilfreicher …”) – anhören sollte man sich seine Ausführungen dennoch:
Link zum Beitrag: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/961983/
Link zum Audio File: http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broadcast=348704&playtime=1258282494&fileid=4e0facbd&/
Aug 24
Der Verdacht ist nicht neu, nun warnt auch die Amerikanische Akademie für Umweltmedizin (AAEM) vor gesundheitlichen Risiken durch genmanipulierte Nahrungsmittel. Es gäbe „reichlich Belege“ für mögliche Schäden durch Genfood, begründet der Verband der US-Umweltmediziner seine Warnung. Die Akademie stützt sich auf Ergebnisse mehrerer Tierversuche. So hätten sich bei Mäusen und Ratten Hinweise auf Unfruchtbarkeit, Leber- und Nierenschäden sowie negative Auswirkungen auf das Immunsystem ergeben. Dass gentechnisch veränderte Lebensmittel auch die menschliche Gesundheit negativ beeinflussen können, sei „biologisch plausibel“, heißt es in der Stellungnahme.
Das Fazit der AAEM: Genfood stelle in den Bereichen Allergie und Immunfunktion, Fruchtbarkeit und Stoffwechsel ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar. Ärzte sollten ihren Patienten und der Öffentlichkeit raten, auf Genfood wo immer möglich zu verzichten.
Quelle: http://www.schrotundkorn.de/2009/200908a03.php
Jun 02
Gentechnik, ein Reizwort, das die Gemüter erhitzt. Aber die wenigsten kennen Zusammenhänge und Hintergründe. Hier ein Einstieg ins Thema.
„Moderne Zauberlehrlinge bedrohen Pflanzen- und Tierarten“, ist auf der Website „Freiheit für Tiere“ zu lesen. Dabei ist Gentechnik bereits in zwei Dritteln unserer Babynahrung enthalten, berichtete die Zeitschrift ÖKO-TEST. Auf der anderen Seite sprechen die Hersteller von besseren Ernten und agrartechnischem Fortschritt.
Trojanische Saaten oder die Lösung für das Ernährungsproblem der Menschheit? Jedenfalls berichtete die Washington Post, dass Ratten, die normalerweise gern Tomaten fressen, gentechnisch veränderte FlavrSavr-Tomaten verschmäht hatten, mit denen Wissenschaftler die Versuchstiere füttern wollten. Am Ende wurden sie über Magensonden mit den Tomaten zwangsernährt. Bei mehreren Tieren entwickelten sich nach der Zwangsernährung Magenverletzungen; innerhalb von zwei Wochen starben sieben von vierzig Ratten.
Gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen sind offensichtlich auch für die Bewohner einiger Anbaugebiete nicht auszuschließen, so in Südamerika. Lesen Sie hierzu den Beitrag vom 25. Mai 2009: „Der Gentechnik-Bumerang: Mit dem Soja kam das Fieber“.
Zum landwirtschaftlichen Nutzen nimmt der Gentechnik-Schadensbericht Stellung, den der „Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft“ veröffentlichte. Lesen Sie hierzu den Beitrag vom Mai 27. Mai 2009: „Gentechnik-Schadensbericht: Mehr Kosten als Nutzen“.
Die Gen-Tomaten wurden übrigens dennoch zugelassen …
Mehr darüber, auch zum Fragenkomplex „Wer ist eigentlich Monsanto?“, „Welche Motive stecken hinter der grünen Gentechnik“, Warum brachten sich in den letzten 5 Jahren 25.000 Gentechnik-Bauern um?“ erfahren Sie unter:
http://www.freiheit-fuer-tiere.de/downloads/freiheitfuertiere12008s3647.pdf
Mai 27
Agrogentechnik einzusetzen, bringt keinen gesamtwirtschaftlichen Nutzen. Das ist das Ergebnis des Gentechnik-Schadensberichts, den der „Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft“ (BÖLW) vorgestellt hat. Demnach verursachen gentechnisch veränderte Pflanzen hohe Kosten in der gesamten Lebensmitttelkette:
- Die Saatgutpreise steigen
- Resistenzen müssen vermieden werden
- Warenströme müssen getrennt werden
- Analysen müssen durchgeführt werden
Hinzu kommen Schäden in Höhe von einigen Milliarden US Dollar, die bei Mais und Reis durch Kontaminationen mit nicht zugelassenen Gen-Konstrukten verursacht wurden. Die allenfalls geringen Kostenvorteile durch Gensaaten rechnen sich nur kurzfristig. Klare Gewinner des Gen-Einsatzes: Nicht Landwirte oder Verbraucher, sondern eine Handvoll Konzerne, wie z.B. Monsanto, die sich mit Patenten hohe Gewinne sichern, so die Einschätzung des BÖLW. http://www.boelw.de/
Mai 25

Die Gentechnik ist im Alltag angekommen. Erstmals kamen nachweisbar Menschen zu Schaden. Aber ganz anders als erwartet.
Mücken mögen Monsanto. Jedenfalls die stechenden Plagegeister der Gattung Aedes aegypti. Zwar ernähren sich die Überträger von Krankheitserregern nicht von Gen-Soja, schätzen tun sie es dennoch. Weil bei seinem Anbau die natürlichen Fressfeinde der „Ägyptischen Tigermücke“ durch das Monsanto-Herbizid “Roundup” vernichtet werden. Gegen das sind die Moskito-Verwandten längst immun, immerhin konnten sie sich seit 1996 daran gewöhnen. Die Umwelt ist es nicht: „Roundup“ killt nicht nur Wild- und Schadkräuter, das war gewollt, auch die natürlichen Feinde der Stechmücke müssen dran glauben. Und weil die sich weitaus schneller von dem Gift erholt als die Hinterbliebenen der verendeten Fische und Amphibien, Kröten, Frösche und anderer Mückenjäger, kann sich das Insekt ungestört vermehren. Folge: in den vergangenen Wochen und Monaten wurden mehrere Länder Südamerikas von der schlimmsten Dengue-Epidemie der vergangenen Jahre betroffen.
Der politische Skandal dahinter: Wie die argentinische Tageszeitung „Página 12“ herausfand, wurde das Monsanto-Produkt „mit Hilfe von Unregelmäßigkeiten“ innerhalb der damaligen Regierung zugelassen. Ohne jegliche Berücksichtigung von Wissenschaftlern, die vor möglichen Konsequenzen gewarnt hatten. Die Verfasser kritischer Forschungsergebnisse zum Anbau von genetisch verändertem Soja und den Einsatz des Monsanto-Giftes wurden sogar ernsthaft bedroht.
Lesen Sie die Zusammenhänge im Detail unter:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30310/1.html
http://www.20min.ch/news/wissen/story/29342795
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