Generation Chips – die demographische Zeitbombe

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Gesellschaftspolitisch und zunehmend auch kulturhistorisch werden Generationen über gemeinsame Lebensumstände oder Merkmale definiert. Begriffe wie „Generation Golf“ oder „Generation X“ sind inzwischen zu viel zitierten Schlagwörtern geworden. Die in den 60er und 70er Jahren Geborenen werden als Generation X bezeichnet, die sich erstmals ohne Kriegseinwirkung mit weniger ökonomischen Wohlstand begnügen muss als die Elterngenerationen, die aber gleichzeitig für deren ökologische und ökonomische Sünden büßen muss. Später wurde dieselbe Generation in Westdeutschland als „Generation Golf“ charakterisiert, die im Vergleich zu ihrer Vorgängergeneration sich unpolitisch verhält, mode- und markenbewusst ist und materiell weitgehend sorgenfrei sei.
DIE ZEIT überschrieb einen Artikel mit „Generation Praktikum“, als lebensprägendem Trend vieler junger Akademiker, die lediglich ein Praktikum nach dem anderen absolvieren, anstatt eine feste Anstellung zu erhalten. Die „jüngste“ Generation wird auch als XXL-Generation bezeichnet – aufgrund der starken Zunahme übergewichtiger Kinder und Jugendlicher. „XXL“ umschreibt, in Anlehnung an Kleidungsgrößen, jedoch lediglich den äußeren Zustand. Dagegen bezieht sich der Begriff Generation Chips auf die komplexen Ursachen, nämlich mangelnde Bewegung durch zuviel Medienkonsum, einseitige Ernährung sowie die genetisch bedingte Disposition (Software), dass der menschliche Körper Energiereserven für Notzeiten speichert, obwohl in der westlichen Gesellschaft heute überall und ständig Nahrungsmittel zur Verfügung stehen.

Wie die Deutsche Adipositasgesellschaft schätzt, sollten bereits heute ein Drittel der erwachsenen Bundesbürger aus medizinischen Gründen abnehmen, weil sie deutlich übergewichtig sind. Wie wird sich dieser Anteil erst noch erhöhen, wenn die Generation Chips, bei denen bereits 10% als adipös gelten, im Erwachsenenalter steht. Zurzeit werden schon heute knapp 5% aller Gesundheitsausgaben für die Behandlung der Adipositas und ihrer Folgen aufgewendet. Die Betroffenen – die Altersgruppe der Mitte der 80er (und später) Geborenen – erkranken früher an den Gelenken (aufgrund des Übergewichtes), belasten den Kreislauf durch mangelnde Bewegung, haben oft “Alterszucker” und leiden unter sozialer Ausgrenzung, die oft in die für das Gesundheitssystem sehr kostspieligen psychosomatischen Erkrankungen überleitet. Zudem haben sie eher Schwierigkeiten beim Lernen und angesichts des unattraktiven Äußeren schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

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