Inhaltsfrage: Essen wir bald nur noch bunte Attrappen?

Ernährungsfallen, Wissenswertes Kommentar schreiben

„BILD-Zeitung“, „Spiegel“, „Focus“, „Hamburger Abendblatt“, „Frankfurter Allgemeine“ – jetzt haben auch die Pressegiganten das Thema aufgegriffen: In unserem Essen ist längst nicht mehr alles drin, was eigentlich hineingehört. Und das, obwohl bunte Verpackungen und warme Werbeworte genau dies skrupellos vorgaukeln. Damit aber nicht genug, längst ist in unserem täglich Brot viel zu viel von dem drin, was eben nicht dort hineingehört. Auch dies wird mit allen möglichen Tricks verschleiert. Eine Verbrauchertäuschung, auf die DAS ELEFANTENSYNDROM anhand verschiedener Fälle schon seit längerer Zeit hinweist.

Unsere Ernährungsrealität, sie bekommt mehr und mehr Frankensteinsche Züge: Pseudo-Garnelen aus Fischresten, Schokokekse ohne Schokolade, Putenfleisch mit Billiggeflügel gemixt – und das Ganze mit schönfärbenden Zusatzstoffen, künstlichem Aroma und Farbstoffen vertuscht. Hochwertig? Gesund? Vollwertig? Für die meisten erst mittels Wörterbuch der Lebensmittelchemie feststellbar. Manchmal selbst das nicht, für das Kleingedruckte auf der Packung hapert’s bei dem einen an Sehkraft, bei anderen reichen Schulbildung oder Zeitbudget nicht. Und einen Lügendetektor führen die allerwenigsten mit sich.

„Wir bewegen uns voll im gesetzlichen Rahmen,“ tönen die Hersteller. Foodwatch-Chef Bode ist ganz anderer Meinung: “Auf dem Lebensmittelmarkt sind rechtstaatliche Prinzipien außer Kraft gesetzt. Es ist, als würde die Polizei bekannt geben, dass massenweise Falschgeld im Umlauf ist – es aber nicht aus dem Verkehr zieht, sondern den Bürgern erklärt, wie sie die Blüten erkennen können. So verhalten sich die Behörden bei Schinken-Imitat.”

Bode fordert eine echte Revision des Verbraucherrechts. Die Behörden müssten verpflichtet werden, alle Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen zu veröffentlichen und dabei Ross und Reiter zu nennen. Weil das dauern dürfte, hat die Verbraucherzentrale Hamburg eine Sofortmaßnahme ergriffen. Damit die Käufer künftig bei Analogkäse, Schinkenimitat und Konsorten den Durchblick nicht verlieren, gibt es auf der Homepage der Hanseaten eine Plagiat-Liste. Bezeichnende Überschrift: „Vorsicht Imitat-Falle!“

www.vzhh.de

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